🌿 Selbstkontakt · Basisdefinition

Selbstkontakt ist eine Grundfähigkeit menschlicher Autonomie  

Selbstkontakt ist eine Grundfähigkeit menschlicher Autonomie.  
Er bezeichnet die Fähigkeit, mit sich selbst in Beziehung zu bleiben – im Wahrnehmen, im Körper, im Erleben und im Geschehenlassen – ohne äußere Führung, ohne Zielvorgabe und ohne Selbstmanipulation.

Selbstkontakt ist keine Methode, kein Zustand und kein Persönlichkeitsmerkmal.  
Er ist eine kultivierbare Fähigkeit, aus der Selbstbewusstsein, Tragfähigkeit, Lernfähigkeit und Identitätsführung entstehen.

Was Selbstkontakt bewirkt

Aus der gelebten Erfahrung in Einzelbegleitungen und gemeinsamen Räumen zeigt sich Selbstkontakt als das, was trägt, wenn nichts festgehalten werden muss.

Selbstkontakt schafft innere Stabilität, ohne hart zu werden.  
Er ermöglicht, Gefühle und innere Bewegungen wahrzunehmen, ohne sich darin zu verlieren oder sie kontrollieren zu müssen.

Mit wachsendem Selbstkontakt wird Lernen natürlicher.  
Identität muss nicht mehr verteidigt werden, weil Orientierung von innen entsteht.

Die Wirksamkeit von Selbstkontakt liegt nicht darin, etwas Bestimmtes zu erreichen,  
sondern darin, dass das, was auftaucht, da sein darf und gehalten werden kann.

Die vier Schritte des Selbstkontakts

Die folgenden vier Schritte bilden das Tool Selbstkontakt.  
Sie sind keine Abfolge mit Ziel, sondern eine gleichzeitig wirksame Struktur, durch die Gewahrsein kultiviert wird.

1. Fokus nach innen

Der Fokus wird aus der äußeren Dauerablenkung zurückgenommen.  
Nicht durch Konzentration, sondern durch Sammlung.

Ziel ist nicht Beruhigung, sondern Anwesendsein.

2. Atmung – es atmet dich

Die Aufmerksamkeit ruht im Atemrhythmus.  
Einatmend einlassen.  
Ausatmend loslassen.

Regulation geschieht hier als Nebenwirkung, nicht als Absicht.

3. Verkörperte Präsenz

Das Bewusstsein durchdringt den Körper von innen – von den Fußsohlen bis zum Scheitel.

Bilder (z. B. Honig, innere Berührung, Berühren der Haut von innen) dienen als Träger für Gewahrsein, nicht als Technik.

4. Ausdehnung in den umgebenden Raum

Wenn Fokus, Atem und Verkörperung gleichzeitig präsent sind, setzt automatisch die Ausdehnung in den umgebenden Raum ein, als natürliche Folge von Präsenz.

Dieser Zustand wird nicht hergestellt.  
Er ist der natürliche Ausdruck von Selbstkontakt.

Umgang mit auftauchenden Phänomenen

Emotionen, Impulse, Bewegungen, Katharsis oder Stille können auftreten.

Sie werden:

- wahrgenommen
- nicht gesteuert
- nicht interpretiert
- nicht benutzt

Auch dies gehört zum Tool – nicht als Technik, sondern als Haltung.

Verhältnis zu anderen Räumen

Selbstkontakt bildet Referenz.  
Andere Tools und Räume (z. B. AX) arbeiten mit dieser Referenz.

Selbstkontakt ersetzt nichts.  
Er ist die Grundlage, auf der alles Weitere tragfähig wird.

Leitsatz

Selbstkontakt kultiviert Gewahrsein.  
Aus Gewahrsein entsteht Referenz.  
Was daraus folgt, wird nicht gemacht.

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